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Largo Winch: Empire under threat

geschrieben von Marc Menke

Hersteller: Dupuis
Genre: Adventure
System: GameCube, PAL-Version
Besonderheiten: -
USK (ESRB): ab 12 Jahre
Spieler: 1
Testmuster von: Ubi Soft

Ein schwacher Stern leuchtet am Adventure Himmel: "Largo Winch: Empire under threat". Ein stimmiges Adventure mit mittelmässiger Grafik, aber spannender Story.

Im Vergleich zur PS2 Version fallen keine grundlegende Unterschiede ins Auge.

Die Qualität der Texturen sowie die Anzahl der verwendet Polygone hält sich in Grenzen (oder ist das ganze einfach nur
schlecht verwendet worden?). Die Figuren wirken bei näherer Betrachtung sehr kantig und ihre Bewegungen sind teilweise mehr schlecht als recht. Optisch gut, wie auch schon auf der PS2, kommen die Cutscenes rüber.

Das besondere, und wohl auch das wichtigste, an Largo Winch ist die spannende Story die in zahlreichen Dialogen (oder Winchs Monologen) erzählt wird. Viele Wendungen im Laufe der Geschichte gestalten das ganze auch nach Stunden noch interessant. Immer wieder glaubt man endlich den Durchblick zu haben und dann fängt man von vorne an weil eine Person mit einer tragenden Rolle umgebracht wurde oder neue Fakten über sie auftauchen.

Ebenfalls positiv fällt die abwechselungsreiche Umgebung auf. Eben noch in Mexico und ein paar Ladezeiten später in einem russischen Strip Club. Die Ladezeiten sind allgemein recht kurz, auch wenn ich mich manchmal frage warum in einem Gebiet, bei der die Grafik gerade mal durchnitts Kost ist, zwei mal geladen werden muss nur weil man eine Tür weiter geht.

Ein bischen zu simpel gestalten sich auch die Rätsel. Das liegt wohl unter anderem auch daran, dass das Inventar in jedem Gebiet wieder komplett leer ist. Ein Gegenstand findet meistens auch nur einmal Verwendung. Wenn man einmal gar nicht weiter weiss, braucht man nur seine 5 Sachen versuchen zu kombinieren oder einfach irgendwo einzusetzen. Wie von Torsten bereits angesprochen sind die Rätsel jedoch an sich immer logisch aufgebaut.

Mit dem Sound gestaltet es sich ebenfalls ähnlich wie bei der PS2 Version. Die Stimmen kommen gut rüber, klingen teilweise aber zu leise. Die Soundeffekte sind nicht ganz das, was man in der heutigen Zeit von einem guten Spiel erwarten kann.

Überhaupt wirkt die Umgebung zu leblos, auch wenn sich hier und da mal ein kantiger Akteur bewegt. Die Musik kommt an den meisten Stellen gut rüber und trägt zur Atmosphäre bei. Beim "hacken" eines Computers allerdings kann sie schon mal etwas nervtötend sein. Vor allem wenn man das ganze bereits zum 10.mal macht!

Minispiele wie das hacken und das verprügeln böser Buben gehört ebenso zum Alltag eines Largo Winch, wie Gegenstände suchen und Leute zu bequatschen. Wenn das hacken noch die meiste Zeit ganz spassig ist, und vor allem immer logisch und lösbar, so gestaltet sich das bei den Prügelein ein bischen anders.

Im "Final Fantasy" bekannten Rundensystem stürmt Largo los, führt eine Aktion aus und rennt zurück zu seinen Leuten. Dann ist der Gegner dran. Was sich spassig anhört wird allerdings schnell langweilig bis nervig. Die Animationen sehen aus als wären sie von 60 jährigen Greisen gecaptured worden. Darüber könnte man ja noch hinwegsehen, wären da nicht die Kämpfe am Ende des Spiels. Dort hauen die Gegner nämlich richtig zu, während die eigenen Leute Probleme haben überhaupt mal zu treffen, vom treten mal ganz abgesehen. Dort kommt es dann wirklich auf Taktik an. Diese kann man sich jedoch meist erst nach einigen Wiederholungs Kämpfen zurecht legen. Ein Kampfsystem á la "Shenmue" wäre da besser gewesen.

fazit

Mir hat "Largo Winch" viel Spass beim spielen gemacht. Die Kämpfe haben mich jedoch immer ziemlich genervt. Mehr als grausig. Ich hätte mir wirklich ein Kampfsystem wie bei Shenmue gewünscht.

Aber es kommt ja bei einem Adventure mehr auf die Story an. Und diesen Punkt kann Largo Winch klar für sich gewinnen. Immer spannend, auch noch nach Stunden.


grafik: 6.0 | sound: 7.0 | gameplay: 8.5 | gesamt: 7.0
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