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187: Ride or Die

geschrieben von Marcus Reichle

Hersteller: Ubisoft
Genre: Combat-Racer
System: PlayStation2, PAL-Version
Besonderheiten: Multiplayer-Modus für PlayStation 2 Online
USK (ESRB): 16
Spieler: 1-2
Testmuster von: Ubisoft

Mit der Kombination von harten Jungs und scharfen Bräuten gepaart mit heißen Schlitten und fetten Knarren setzt Ubi-Soft (Entwickler und Publisher) mit „187 Ride or Die“ voll auf den derzeitigen Gangster-Trend.

187 Ride or DieWie in Grand Theft Auto San Andreas schlüpft Ihr (im Story-Modus) in die Rolle eines afro-amerikanischer Ghetto-Bruders namens "Buck", der sich im Schatten seines korpulenten Ziehvaters "Dupree" auf LA's gesetzlosen Straßen behaupten will. Das war's im Grunde auch schon in Sachen Story, denn "187 Ride or Die" ist ein klassisches Arcade-Spiel ohne großen intellektuellen Tiefgang, indem man besser zur Waffe als zum Hirn greift. Im Rundenmodus fahrt Ihr mit aufgepimten Ami-Kutschen gegen eine Horde von Gangstern um den Sieg.
Hört sich soweit noch nach einem friedfertigen Arcade-Racer an, wären da nicht die bis an die Zähne bewaffneten Beifahrer/innen. Auf den Strecken findet Ihr nämlich diverse Ballermänner von der einfachen Handfeuerwaffe bis hin zum vollautomatischen Großkaliber (über 20 Waffentypen), die man durch einfaches "Überfahren" unkompliziert aufpickt. Gleiches gilt für entsprechende Munitons-Packages und Medi-Kits. Während des Rennens könnt Ihr anschließend Eurem Homie die Anweisung geben, auf die Verfolger oder auf die vorausfahrenden Fahrzeuge mit der Knarre ordentlich draufzuhalten (Auto-Aim-Funktion). Hab Ihr mehrere Magazine ins Ziel gebracht, verabschiedet sich der gesiebte Mitstreiter samt seiner Karosse in einer spektakulären Slow-Motion-Echtzeit-Sequenz à la Burnout. Nach der kurzen Spielunterbrechung befindet man sich im nächsten Moment wieder in der rasanten Verfolgungsjagd.

187 Ride or Die

Nimm das Du Schurke!



Das gleichzeitige Feuern und Steuern des Wagens gelingt einem dabei erstaunlich gut, da das Fahrverhalten der Karossen arcade-like ausgelegt ist. Zudem ist das Streckendesign trotz Abkürzungsmöglichkeiten sehr überschaubar und wiederholt sich stellenweise. Wird man selbst einmal in die Luft gejagt oder bleibt an einer Hauskante hängen, ist das Spiel keineswegs gelaufen, da man mit jedem Drift einen Turbo-Boost aufladen kann. Setzt man diesen gezielt ein, beispielsweise auf einer langen Geraden oder nach einer engen Kurve, verliert man nie den Anschluss an die vorbeiziehende Meute. Dies ist auch dringend angeraten, denn nach dem Motto - den Letzten beißen die Hunde – wird der Rundenletzte mit einer ferngezündeten Autobombe wortwörtlich aus dem Rennen katapultiert. Gewinnt man dagegen den Straßenkampf, gibt's jedes Mal neue Schlitten mit besserem Handling, mehr Speed und einer dickeren Panzerung. Neben unterschiedlichen Wagentypen (Sportwagen, Pickups, Muscle-Cars, SUVs) gibt's auch Abwechslung im Renngeschehen. So müsst Ihr beispielsweise einem Kurier auf der Schnellstraße Begleitschutz geben oder werdet das andere Mal von Cops gejagt, die Euch mit allen Mitteln stoppen möchten. Sogar etwas Taktik ist gefragt, wenn man es z.B. in einem Parkhaus auf drei Etagen in einem Arenakampf gleich mit mehreren Ghetto-Brüdern aufnehmen muss.

187 Ride or Die

Die schweren SUVs haben ein deutlich schwerfälligeres Fahrverhalten, jedoch eine enorme Panzerung



Fun im Doppelpack
Eine prima Idee ist der Zweispieler-Kooperationsmodus im Story-Modus, d.h. Ihr könnt sämtliche Levels auch zu zweit spielen. Dabei übernimmt der Mitspieler die Rolle des schießwütigen Beifahrers, der nun auch seitwärts die Gegner unter Beschuss nehmen kann. Damit die Rolle des Co-Pilotens nicht langweilig wird, übernimmt er zugleich den Turbo-Gaspedal. Dieser Einfall ist in meinem Augen für einen Kooperationsmodus in einem Rennspiel schlichtweg genial, da beide Spieler eine gleichwertige Rolle haben und ständig gefordert werden. Natürlich könnt Ihr auch im traditionellen Split-Screen-Duell gegeneinander antreten.

187 Ride or Die

Der grüne Laser-Pointer zeigt einem an, dass man gleich unter Beschuss genommen wird



Grafik & Sound
Großen Wert legte man bei "187 Ride or Die" auf den passenden Soundtrack, der für das Spiel exklusiv (von Guerilla Black) produziert wurde und das bunte Treiben mit den typischen Jam- Beats unterlegt. Auch der satte Knarren-Sound ist gelungen, dagegen nervt die monotone Gossen-Ansprache Eures Patrons "Dupree" (mit dt. Untertiteln) vor jedem Rennen. Dank einer 60-HZ-Option laufen die Bilder jeder Zeit flüssig über den Bildschirm und vermitteln stets ein ordentliches Geschwindigkeitsgefühl. Dabei befindet sich die Spielegrafik auf der Höhe der Zeit, haut einen jedoch nicht sonderlich vom Hocker, da die meisten Stadtgebiete recht steril wirken.

Bitte Beachten
Da ich nicht über einen PS2-Onlinezugang verfüge, bezieht sich die abschließende Wertung ausschließlich auf den Offline-Spielspaß.

fazit

Grand Theft Auto: San Andreas trifft Burnout 3 – leider kann "187 Ride or Die" mit den beiden Top-Titeln nicht mithalten, denn im Laufe der Drive-By-Shooter-Action schleicht sich nach einer gewisser Zeit das Gefühl der Langeweile ein, da sich die Strecken (in leichten Abwandelungen) allzu oft wiederholen und zudem nicht sehr aufregend bzw. monoton sind. Jedoch hat das Spiel einen starken Koop-Modus und gehört aufgrund der geschickten Aufgabenverteilung zur ersten Wahl, wenn man zu zweit auf die Piste gehen möchte. Das Spiel wird bestimmt auch den Hip-Hop-Verächtern gefallen, da es im höchsten Maße die (wohl auch beabsichtigten) Klischees der bösen Hip-Hopper mit ihren typischen Vorlieben bedient wie man sie beispielsweise aus diversen Musik-Videos vermittelt bekommt. Wer also auf der Suche nach einem actiongeladenen Arcade-Spiel in typischer Hip-Hop-Manier ist und gerne auch mal eine Runde mit seinem Homie jamen möchte, liegt mit "187 Ride or Die" und einem fairen Verkaufspreis von 29,95 Euro genau richtig. (mr)


positiv:

  • Online-Multiplayer-Modus
  • gelungener Koop-Modus
  • günstiger Preis
  • schneller Einstieg nach dem Ableben ohne Ladepause
negativ:
  • nur eine Fahrzeugperspektive
  • lange Ladepausen (20-30 Sek.) vor jedem Level
  • zu hoher Schwierigkeitsgrad in den letzten Levels


grafik: 8.0 | sound: 7.5 | gameplay: 8.0 | gesamt: 7.5
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